Wie entsteht eine Flüssigkeitsansammlung im Gehirn? Ist sie gefährlich?

23/07/2026by Engin Çakar

Eine Flüssigkeitsansammlung im Gehirn wird in der Medizin als Hydrozephalus bezeichnet. Sie entsteht durch eine übermäßige Ansammlung der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit (Liquor), die das Gehirn und das Rückenmark schützt. Dieser Zustand führt aufgrund der Ansammlung zu einem Druck im Gehirn und kann ernste Gesundheitsprobleme verursachen.

Was ist eine Flüssigkeitsansammlung im Gehirn?

Das Gehirn produziert eine Flüssigkeit namens Liquor, um sich zu schützen und gesund zu funktionieren. Diese Flüssigkeit zirkuliert in den Hohlräumen des Gehirns und wird anschließend in den Blutkreislauf aufgenommen und resorbiert. Wenn die Produktion dieser Flüssigkeit zunimmt, ihre Resorption abnimmt oder ihre Zirkulation blockiert wird, kommt es zu einer Flüssigkeitsansammlung im Gehirn (Liquoransammlung).

Dieser Zustand kann angeboren sein, er kann sich aber auch im fortgeschrittenen Alter entwickeln. Besonders bei erwachsenen Personen verläuft die Flüssigkeitsansammlung im Gehirn schleichender als bei Kindern, und ihre Symptome können mit anderen Krankheiten verwechselt werden.

Ist eine Flüssigkeitsansammlung im Gehirn gefährlich?

Ja, wenn eine Flüssigkeitsansammlung im Gehirn vorliegt und nicht behandelt wird, kann die Flüssigkeitsansammlung gefährlich sein. Das Gehirngewebe wird durch diesen Druck geschädigt. In der Folge können Probleme wie Gedächtnisprobleme, Schwierigkeiten beim Halten des Gleichgewichts, eine Beeinträchtigung der Gehfunktionen oder Harninkontinenz auftreten. In fortgeschrittenen Fällen kann sogar Lebensgefahr bestehen.

Besonders bei älteren Personen kann der Normaldruckhydrozephalus (NPH) mit der Alzheimer- oder Parkinson-Krankheit verwechselt werden. Dabei ist der NPH ein Zustand, der bei früher Diagnose beherrschbar ist.

Wie entsteht eine Flüssigkeitsansammlung im Gehirn?

Die Ursachen einer Flüssigkeitsansammlung im Gehirn können je nach Alter der Person und je nachdem, ob verschiedene Gesundheitsprobleme vorliegen, unterschiedlich sein:

Angeborene Ursachen:

  • strukturelle Probleme bei der Gehirnentwicklung
  • genetische Faktoren
  • Neuralrohrdefekte wie Spina bifida

Später entstehende (erworbene) Ursachen:

Hirntumoren (blockieren den Weg der Flüssigkeit)

Die bei Erwachsenen am häufigsten auftretende Form ist der Normaldruckhydrozephalus. Seine Symptome schreiten langsam voran, was die Diagnose erschweren kann.

Was sind die Symptome einer Ansammlung von Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit?

Die Symptome eines Hydrozephalus verändern sich je nach Stärke des Drucks, den die Flüssigkeit auf das Gehirn ausübt.

Symptome, die bei Erwachsenen auftreten können:

  • langsames und unsicheres Gehen
  • Harninkontinenz oder häufiger Toilettengang
  • Vergesslichkeit, Schwierigkeiten bei der Entscheidungsfindung
  • starke Kopfschmerzen
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Schläfrigkeit
  • Sehstörungen

Diese Symptome können mit anderen Krankheiten verwechselt werden. Der Hydrozephalus ist jedoch eine Erkrankung, die sich bei früher Diagnose weitgehend unter Kontrolle bringen lässt.

Welche Behandlungsmethoden gibt es?

Die Behandlung einer Flüssigkeitsansammlung im Gehirn richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten. Neurochirurgen (Fachärzte für Neurochirurgie) steuern den Prozess in der Regel gemeinsam mit einem multidisziplinären Team.

Angewandte Behandlungen:

  • Shunt-Operation: Sie sorgt dafür, dass die überschüssige Flüssigkeit im Gehirn in einen anderen Bereich des Körpers (in der Regel in die Bauchhöhle) abgeleitet wird. Mithilfe eines dünnen Schlauchs (Shunt) wird die Flüssigkeit abgeleitet.
  • Endoskopische Drittventrikulostomie (ETV): Mit einer endoskopischen Methode wird eine kleine Öffnung geschaffen, um die natürliche Zirkulation der Flüssigkeit im Gehirn wiederherzustellen.
  • Behandlung der zugrunde liegenden Ursache: Wenn Zustände wie ein Tumor, eine Infektion oder eine Blutung vorliegen, werden zunächst diese behandelt.

Besonders bei Patienten mit Normaldruckhydrozephalus (NPH) werden Gangstörungen und Gleichgewichtsprobleme durch Physiotherapie- und Rehabilitationsprogramme in hohem Maße unterstützt. Individuell angepasste Übungen, Gleichgewichtstraining und Gangschulungen spielen eine entscheidende Rolle bei der Verbesserung der Lebensqualität des Patienten.

Physiotherapie- und Rehabilitationsprogramme machen das Leben des Patienten außerdem sicherer, indem sie das Sturzrisiko verringern, und beugen langfristig Komplikationen vor.

Eine Flüssigkeitsansammlung im Gehirn ist ein Gesundheitsproblem, das ernst genommen werden muss, das aber mit der richtigen Behandlung behandelbar ist. Besonders bei Erwachsenen kann sich eine Flüssigkeitsansammlung im Gehirn durch Symptome wie Vergesslichkeit und Gangstörungen bemerkbar machen.

Mit einer frühen Diagnose und der richtigen Behandlung kann sowohl die Lebensqualität erhalten als auch einer fortschreitenden Schädigung vorgebeugt werden.

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Abteilungsleiter des Memorial Physiotherapie- und Rehabilitationszentrums Prof. Dr. Engin Çakar ist auf Schlaganfall und Hirnschäden, Neurorehabilitation und Algologie spezialisiert.

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