Eine Hemiparese ist eine Muskelschwäche, die in einer Körperhälfte auftritt. Sie kann nur die rechte oder nur die linke Körperseite betreffen. Auf einer Körperseite zeigt sich eine Schwäche in den Muskeln von Arm, Bein und Gesicht. Diese einseitige Schwäche schränkt die Bewegungen der Person ein und beeinträchtigt Aktivitäten des täglichen Lebens wie Anziehen, Essen und Gehen.
Eine Hemiparese ist ein häufiges Bild, das nach einem Schlaganfall auftreten kann. Die Begriffe Hemiparese und Hemiplegie werden häufig miteinander verwechselt. Einfach ausgedrückt:
- Die Hemiparese ist eine Muskelschwäche oder teilweise Lähmung,
- die Hemiplegie lässt sich dagegen als vollständige Lähmung definieren.
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Wodurch entsteht eine Hemiparese?
Aufgrund eines Schlaganfalls erhalten einige Bereiche des Hirngewebes nicht genügend Sauerstoff und die Gehirnzellen in diesem Bereich sterben mit der Zeit ab. Wenn das geschädigte Hirngewebe mit der Bewegung des Körpers und der Muskelkraft zusammenhängt, kann bei der Person ein Verlust der Muskelkraft auftreten.
Was sind die Symptome einer Hemiparese?
- Nur die rechte oder nur die linke Körperseite ist betroffen
- Arm-, Bein- und sogar Gesichtsmuskeln können betroffen sein
- In der betroffenen Körperhälfte zeigt sich eine Muskelschwäche
- In der betroffenen Körperhälfte kann ein Kribbeln oder Taubheitsgefühl auftreten
- Es treten Schwierigkeiten beim Stehen, beim Halten des Gleichgewichts und beim Gehen auf
- Es zeigen sich Schwierigkeiten beim Greifen von Gegenständen oder bei Tätigkeiten, die feinmotorische Fähigkeiten erfordern
Wie wird eine Hemiparese behandelt?
Patienten, die aufgrund eines Schlaganfalls eine teilweise oder vollständige Lähmung entwickeln, können mit umfassender Physiotherapie und Neurorehabilitation behandelt werden. Sobald der Schlaganfallpatient die Lebensgefahr überstanden hat und sein medizinischer Zustand stabil ist, wird er in ein umfassendes stationäres Physiotherapiezentrum verlegt.
Die in der Neurorehabilitation zur Behandlung der Hemiparese angewandten Techniken sind folgende:
- Elektrostimulation: Über Elektroden, die auf die geschwächten Muskeln gelegt werden, werden passende elektrische Ströme an die Muskeln geleitet, wodurch deren Kontraktion ausgelöst wird.
- Neurorehabilitationsübungen: Mit verschiedenen Methoden und Übungen, die die Heilung im Gehirn anregen, wird angestrebt, die geschwächten Muskeln zu kräftigen und die Bewegung wieder zu normalisieren.
- Ergotherapie: Patienten, die Schwierigkeiten haben, Aktivitäten des täglichen Lebens auszuführen, können mithilfe der Ergotherapie neue Wege entdecken, diese Aktivitäten zu bewältigen.
- Constraint-Induced Movement Therapy (erzwungene Bewegungstherapie): Die erzwungene Bewegungstherapie ist eine Behandlungsform, bei der die Bewegungen der Gliedmaßen auf der gesunden Seite eingeschränkt und die Nutzung der von der Hemiparese betroffenen Seite gefördert wird.
- Robotergestützte Rehabilitation: Vor allem der Hand- und Armroboter sowie der Gehroboter, aber auch weitere fortschrittliche robotergestützte Physiotherapiegeräte steigern den Erfolg in der Lähmungsbehandlung