Von unseren Patienten, die sich nach einem Schlaganfall in der Genesungsphase befinden, hören wir sehr oft Fragen dazu, warum sich die Arm- und Fingerbewegungen langsam entwickeln. Manche unserer Patienten leiden darunter, dass sich ihre Arm- und Fingerbewegungen langsam entwickeln, obwohl die Beinbewegungen zurückgekehrt sind und sie sogar zu gehen begonnen haben. Warum heilt eine gelähmte Hand also langsam? Ist es normal, dass sich die Hand nach einer Lähmung langsamer erholt?
Die erste Frage der Angehörigen von Patienten, die einen Schlaganfall erlitten haben, ist meist: „Wird unser Patient aufwachen? Wird unser Patient das Bewusstsein wiedererlangen?“ Nachdem der Patient aufgewacht ist und das Bewusstsein wiederzuerlangen beginnt, kommen die Fragen: „Wird unser Patient gehen können?“ und „Kehren die Hand- und Armbewegungen unseres Patienten zurück?“ Die Reihenfolge dieser Fragen verläuft eigentlich parallel zur Entwicklung des Krankheitsbildes nach dem Schlaganfall.
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Erholt sich eine gelähmte Hand nach einem Schlaganfall?
Eine allgemeine Antwort auf diese Frage zu geben, wäre falsch. Die Faktoren, die die Genesung der gelähmten Hand bestimmen, sind jedoch folgende:
- welches Hirngefäß verschlossen ist oder geblutet hat
- welcher Bereich des Gehirns betroffen ist
- wie schnell und erfolgreich die Intervention durchgeführt wurde
- das Alter des Patienten
- das Vorliegen von Diabetes, Herzrhythmusstörungen und anderen Begleiterkrankungen beim Patienten
Der Bereich im Gehirn, der die Hand steuert, ist groß
Die Figur, die Sie unten sehen, heißt motorischer Homunkulus. Es ist eine Figur, die zeigt, von wie vielen Zellen die Körperregionen im Gehirn repräsentiert werden. Sie sehen, dass bei dieser menschlichen Figur der Mund und das Gesicht groß sind, während Rumpf und Beine schmal sind. Außerdem ist Ihnen sicher aufgefallen, dass die Hände und Arme dieser menschlichen Figur übermäßig groß sind.
Zwischen der Anzahl der Zellen, die in unserem Gehirn für die Füße arbeiten, und der Anzahl der Zellen, die für die Hände arbeiten, besteht ein enormer Unterschied. Da unsere Hände also Tätigkeiten ausführen, die sehr feine Fertigkeiten erfordern, muss eine weitaus größere Anzahl von Zellen für diese Aufgabe arbeiten. Die Funktionen der Füße hingegen werden mit weitaus weniger Zellen als bei der Hand ausgeführt.
Da für die Genesung der Füße folglich ein deutlich kleinerer Bereich im Gehirn wiederhergestellt werden muss, erfolgt die Genesung der Füße in der Regel in kürzerer Zeit. Da ein wichtiger Teil des Gehens außerdem eine zyklische und reflexartige Bewegung ist, erreichen wir bei Schlaganfallpatienten das Gehen in der Regel früher als den Gebrauch von Hand und Arm.
Für die Genesung der gelähmten Hand ist intensives Training erforderlich
Für die Genesung der gelähmten Hand sollten häufige, wiederholte Übungen durchgeführt werden. Je mehr und je häufiger wiederholt der Patient übt, desto mehr steigt das Genesungspotenzial der Hand. Bei der Behandlung der gelähmten Hand sollten zum Beispiel die im Krankenhaus oder in der Klinik durchgeführten Sitzungen von 30 Minuten bis 1 Stunde nicht als ausreichend angesehen werden. Die Patienten sollten ihre Übungen unbedingt zu Hause und im Alltag reichlich durchführen und versuchen, ihre Hände zu benutzen. Die in der Klinik durchgeführten Übungen und angewandten Techniken regen die Neuorganisation und Genesung Ihres Gehirns an. Für die Genesung der gelähmten Hand müssen die Patienten jedoch unbedingt auch selbstständig üben.