Schädel-Hirn-Traumata sowie traumabedingte Hirnschäden und Lähmungen sind ein Krankheitsbild, dem wir in physiotherapeutischen Kliniken häufig begegnen.
Betrachtet man die weltweiten Zahlen, so erleiden jedes Jahr 70 Millionen Menschen ein Schädel-Hirn-Trauma. 80 % davon sind leichte, 20 % mittelschwere bis schwere Schädel-Hirn-Traumata. ¹
Schädel-Hirn-Traumata können verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel Stürze, Schläge gegen den Kopf, Arbeitsunfälle und bewaffnete Übergriffe. Die wichtigste Ursache von Schädel-Hirn-Traumata und traumatischen Hirnverletzungen sind jedoch Verkehrsunfälle.
Sayfa İçeriği
Verkehrsunfälle und Schädel-Hirn-Traumata
Weltweit sterben jedes Jahr etwa 1,5 Millionen Menschen infolge von Verkehrsunfällen und 34 Millionen Menschen erleiden eine Hirnverletzung. Verkehrsunfallbedingte Hirnschäden treten am häufigsten bei jungen Menschen und aktiven Erwachsenen (im Alter von 16 bis 55 Jahren) auf. ²
Die bei Verkehrsunfällen auftretenden Schädel-Hirn-Traumata und Hirnschäden sind die häufigste Ursache sowohl für Todesfälle als auch für bleibende Behinderungen bei Unfällen. Nahezu 70 % der verkehrsunfallbedingten Todesfälle sind auf Hirnschäden zurückzuführen.
Nach Angaben des türkischen Statistikinstituts TÜİK ereigneten sich in unserem Land im Jahr 2022 nahezu 200.000 Verkehrsunfälle mit Todesfolge oder Verletzten. Infolge dieser Verkehrsunfälle verloren mehr als 5.000 Menschen ihr Leben, 2.000 davon noch am Unfallort und 3.000 innerhalb des ersten Monats nach dem Unfall. Ebenfalls im vergangenen Jahr wurden 300.000 Menschen bei Verkehrsunfällen verletzt. ³
Bei Verkehrsunfällen treten besonders häufig Schädel-Hirn-Traumata und Hirnschäden auf. Liegt ein Schädel-Hirn-Trauma vor, muss die betroffene Person daher unbedingt im Hinblick auf einen Hirnschaden untersucht werden.
Wie erkennt man einen Hirnschaden?
Schädel-Hirn-Traumata werden je nach Schweregrad als leicht, mittelschwer oder schwer eingestuft:
- Leichte Schädel-Hirn-Traumata führen in der Regel nicht zu einem Hirnschaden, und die betroffene Person kehrt in kurzer Zeit zum Normalzustand zurück.
- Bei mittelschweren und schweren Schädel-Hirn-Traumata kann hingegen ein Hirnschaden entstehen. Daher ist es sehr wichtig, dass diese Personen ausführlich untersucht werden.
Bei einer traumatischen Hirnverletzung:
- Bewusstseinsverlust oder Bewusstseinstrübung
- Taubheitsgefühl oder Kraftverlust in Armen und Beinen
- starke Kopfschmerzen
- Übelkeit, Erbrechen
- Sprachstörungen und
- es können verschiedene Symptome wie Krampfanfälle auftreten.
Für Menschen mit einem Hirnschaden ist der schnelle Zugang zu notfallmedizinischer Versorgung für das Überleben sehr wichtig.
Ist bei einer Person infolge des Hirnschadens ein Funktionsverlust und ein Lähmungsbild entstanden, sollte ebenfalls so schnell wie möglich mit einer umfassenden Physiotherapie und Rehabilitation begonnen werden.
Je früher mit der umfassenden physiotherapeutischen Rehabilitation begonnen wird, desto größer sind unsere Chancen, eine bleibende Lähmung zu verhindern.
Rehabilitation bei Hirnschäden
In der Rehabilitation von Hirnschäden werden auf den beim Patienten aufgetretenen Funktionsverlust abgestimmte, spezifische Behandlungen angewendet:
- Liegt beim Patienten ein Verlust der Arm- und Beinbewegungen vor, kommt die Physiotherapie zum Einsatz,
- bei Sprech- und Schluckstörungen die Sprech- und Schlucktherapie,
- bei Problemen mit der Anpassung an die Aktivitäten des täglichen Lebens die Ergotherapie: Es werden also verschiedene Rehabilitationsbehandlungen angewendet.
- Darüber hinaus wird zur Unterstützung all dieser Behandlungen auch die robotergestützte Physiotherapie genutzt.
Robotergestützte Physiotherapie bei Hirnschäden
Die robotergestützte Physiotherapie umfasst Behandlungen, die den Genesungsprozess des Patienten beschleunigen und ihm ein frühes Gehen sowie einen frühen Einsatz von Hand und Arm ermöglichen. Die Hauptbereiche der robotergestützten Physiotherapie bilden der Gehroboter und der Hand-Arm-Roboter.
- Um ein frühes Gehen zu ermöglichen, wird das Robotikbett genutzt, und um das weitere Gehen zu ermöglichen, der aktive Gehroboter.
- Zur Verbesserung von Gang und Gleichgewicht werden ein Anti-Schwerkraft-Laufband und ein computergestütztes Gleichgewichtsgerät eingesetzt.
- Für die Hand- und Armfunktionen wird der Hand-Arm-Roboter genutzt, der es dem Patienten ermöglicht, durch das Spielen von in die virtuelle Realität integrierten Spielen zu trainieren.
Eine bereits ab der Frühphase durchgeführte umfassende physiotherapeutische Rehabilitation, die auch von den allgemeinen Klinikbedingungen unterstützt wird, trägt zur schnellstmöglichen Genesung des Patienten bei